Mütter in der Corona Krise
Gedanken & Gesellschaft

Mütter und #stayathome – die unterschätzte Realität in der Corona Krise

Deine Kinder sitzend konzentriert am Tisch und bearbeiten ihre Schulaufgaben eigenständig, während Du den Vormittag über Zeit hast im Home Office an Deinen Projekten zu arbeiten. Oder an den Projekten Deines Chefs.
Zum Mittagessen setzt ihr Euch als #stayathome Familie gemütlich an den Tisch und geniesst ein frisch gekochtes Essen.
Den Nachmittag verbringt ihr natürlich an der frischen Luft und macht gemeinsam Sport. Abends dürfen es dann die obligatorischen 10 Minuten Medienzeit pro Lebensalter sein und danach spielt ihr noch ein Brettspiel gemeinsam nach dem ebenfalls frisch zubereiteten Abendessen.
Nach so einem wunderbar organisiertem Tag geht ihr erfüllt ins Bett und genießt die Nachtruhe als Erholungspause.

Wie jetzt, bei Dir läuft das ganz anders?

Dann bist Du nicht allein!
Familien stehen Kopf. Und zwar nicht erst seit der Corona Krise!

Denn selbst wenn das mit der Schule und dem Home Office einigermassen klappt, gibt es noch weitere Punkte auf Deiner Agenda, an die offensichtlich keiner unserer Medienvertreter gerade denkt.

Kinder müssen ja nicht nur beschult werden!
Kinder brauchen soziale Kontakte.
Kinder brauchen Bewegung.
Kinder brauchen Anregung und Zeit zum freien Spiel.
Kinder brauchen Nahrung. Und zwar gefühlt 5 bis 6 Mal am Tag.
Kinder brauchen Zuspruch und Motivation. Sie brauchen achtsame Aufmerksamkeit, jederzeit ein offenes Ohr und liebevolle Zuwendung.
In der jetzigen Krisenzeit noch mehr als sonst!

All das leisten Mütter und manche Väter aktuell im 24-Stunden Einsatz alleine und ohne Pause,
Denn nach jeder Mahlzeit muss die Küche aufgeräumt werden.
Jedes pädagogisch wertvolle Spiel muss hergeholt und weggeräumt werden.
Bewegung an der frischen Luft muss ermöglicht und bis zu einem gewissen Alter auch begleitet werden.
Da können 24 Stunden schon mal knapp werden, wenn wir der Aufforderung nach Erholungspausen für uns selbst und ausreichend Schlaf für alle auch noch gerecht werden wollen.
Derzeitig kursierende Tipps, wie wir unsere Kinder tagsüber beschäftigen sollen werden von den meisten Müttern nur müde belächelt.
Wir sind ja nicht doof!
Wir wissen sehr wohl, was wir alles für tolle und magische Dinge mit unseren Kindern anstellen könnten, allein die Zeit fehlt uns.
Da piepst doch schon wieder die Waschmaschine, oder???

Wie wir es drehen und wenden: es ist ein Höllen-Job, den Familien aktuell leisten. Denn bei all dem ist noch nicht berücksichtigt, dass durch Corona eben nicht wie von Zauberhand auf einmal jeder Job im Home Office zu erledigen ist.

Und es wird in keinster weise berücksichtigt, dass eben dies die Erlebnisrealität vieler Mütter auch schon vor Corona war, nur hat es da keinen interessiert, ob wir reihenweise zusammenbrechen, oder uns doch noch zur Mutter-Kind-Kur schleppen.

Ob und wie aber gerade diese Krise für uns eine Chance werden könnte und was Dein Mindset damit zu tun hat erfährst Du in diesem Artikel.

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Wie war es denn WIRKLICH vor Corona?

Aus meiner Beratungspraxis kann ich unzählige Beisiele aufzählen, von Müttern, die bereits vor der Corona Krise an der Grenze ihrer Belastbarkeit waren.
Entweder durch die neugewonnene Mutter-Rolle, die sich in der Realität ganz anders darstellt, als in all den pastell-farbenenen Ratgebern die es zu diesem Thema gibt.

Oder die Belastungsgrenze wird täglich auf die Probe gestellt im Spagat zwischen Kindern, Job, Haushalt und Selbstoptimierung. (Ohne die geht nämlich in unserer medienzerfetzten Erlebnisrealität gar nichts mehr. Wer nicht ständig versucht das Beste im Sinne von Leistungsfähigste aus sich herauszuholen, verliert ganz schnell den Anschluss in jeder Hinsicht)

Die Mutter-Kind-Kur gehört mittlerweile zum guten Ton und zwar quer durch alle Gesellschaftschichten.

Andererseits kann ich mich auch gut daran erinnern, dass vor der Corona-Krise gerade hier in Deutschland eine sehr kritische Haltung gegenüber dem Schulsystem und der Fremdbetreuung geherrscht hat.
Gerade im Dunstkreis vieler Mami-Blogger wurde vehement Home Schooling und Frei Lernen gefordert.
Manche Familien sind sogar „landesflüchtig“ geworden, nur um ihren Kindern das so verhasste deutsche Schulsystem zu ersparen.

Es war total schick „kindergarten-frei“ die eigenen Kinder nach Waldorf- und Montessori-Methoden zu begleiten.

Und jetzt?

Jetzt merken viele Mütter, dass sie sich mit Idealvorstellungen und einem fordernden Job vielleicht zuviel zugemutet haben.
Zumindest wenn es mal ernst wird und Mütter nicht nur wieder extrem systemrelevant sondern vor allem zu 100% verantwortlich sind.

Was also ist schiefgegangen?

Wieso funktioniert Familie in 2020 nur noch mit 10 Stunden Fremdbetreuung PLUS organisierter Freizeitbespassung durch Erwachsene?

Wieso müssen so viele Mütter so viel arbeiten?
Zu Bedingungen, die nicht im geringsten familienfreundlich sind?

Wieso gibt es nach wie vor nur entweder Kinder ODER Karriere?
Die Optionen dazwischen liegen zum Großteil immer noch im Niedriglohn-Sektor in Teilzeit mit wenigen bis gar keinen Aufstiegschancen oder als vom Steuerberater belächelte Kleinstunternehmerregelung.

Warum?

Raum für Reflektion

In den letzten Tagen und Wochen, zwischen Home Schooling, Haushalt und gestohlenen Arbeitsstunden denke ich oft an meine eigene Kindheit zurück.

Großgeworden in den 1980ern, erinnere ich mich noch sehr gut daran, dass alle Mütter meiner Freundinnen gearbeitet haben.
Im eigenen Laden oder Salon, als Lehrerin oder mit eigener Karriere im Multi-Level-Marketing.
Manchmal auch „nur“ als gute Seele im Geschäft des Mannes oder eben selbständig im eigenen Schreibbüro, wie meine Mutter beispielsweise.

Und das obwohl der Kindergarten um 12:00 Uhr zugemacht hat.
Hort oder Schülerladen waren gerade erst im Entstehen und eher in Großstädten und in Eigenorganisation zu finden.

Wo also waren die Kinder den ganzen Tag?

Nun, wir sind nach der Schule in den Laden einer Mutter gegangen und haben leckere Stückchen vom Bäcker gegessen, bevor wir wieder losgezogen sind. Ziel? Unbekannt!
Oder wir waren (sehr früh) alleine zu Hause und haben uns selbst um unser Mittagessen gekümmert (die fancy Vorschriften für gesunde Ernährung gab es damals noch nicht. Wohl aber bio, nur hieß das damals noch ÖKO und war viel weniger „chic“ als heute)
Den Nachmittag haben wir mit unseren Freunden draußen verbracht.
Und kamen erst wieder nach Hause wenn die Strassenlaternen angingen oder eine Mutter gerufen hat.

Wenn es gar nicht anders ging, sind wir im Auto mitgefahren und haben lauthals gesungen, während unsere Mütter Erledigungen machten oder Ihre Arbeit zu Kunden gebracht haben.

Darüber hinaus waren wir Meister darin, uns selbst zu beschäftigen.
Aus dem einfachen Grund, dass Erwachsene viel, viel, viel weniger Zeit für uns hatten, als das heute so üblich ist.
Erwachsene waren für den Herdenerhalt zuständig. Nicht für Kinder-Entertainment.

Ich sage nicht, dass früher alles besser war!
Und vieles was unsere Eltern damals mit uns veranstaltet haben würde heute wahrscheinlich von Jugendamt als Kindeswohlgefährdung eingestuft. Zumindest aber als grobe Nachläßigkeit betrachtet.

Sicherlich haben einige von uns gewisse seelische Wunden davongetragen. Es mag dahin gestellt bleiben, ob diese Wunden aus tatsächlicher Grausameit der Eltern entstanden sind, oder ob wir in unserer kindlichen Wahrnehmung Situationen anders bewertet haben, als sie von den Erwachsenen gemeint waren.

Ich selbst habe meinen Eltern in meiner Sturm-und-Drang-Zeit vieles, sehr vieles vorgeworfen.
Jetzt, wo ich selber Mutter bin und täglich mehrfach aufgefordert zwischen kindlichen Impulsen und Herdenerhalt zu entscheiden, sehe ich vieles mit anderen Augen……

In was für einer Gesellschaft wollen wir künftig leben?

Kann Familie künftig auch nur dann funktionieren, wenn wir so wenig Zeit wie möglich mit unseren Kindern verbringen dürfen?

Ist eine Ganztagsbetreuung zwingend immer not-wendig?

Ist eine Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung von Frauen nur möglich in einem Job für den wir unsere Kinder quasi in eine Fremd-Familien-Erlebnisrealität abgeben?

Müssen alle Frauen so viel arbeiten, um die Grundbedürfnisse zu sichern oder verlangen wir allgemein einfach viel zu viel vom Leben auf einmal?

Sind wir geblendet von Medieneindrücken, Frauen-Magazinen und den soft-gefilterten Momentaufnahmen in den sozialen Medien?

Die Tage mit (Klein-)Kindern scheinen manchmal ewig, aber die Jahre vergehen wie im Flug.

– Gretchen Rubin

Dürfte es nicht von allem ein bisschen weniger sein, damit wir mehr von unseren Kindern haben, solange die das überhaupt noch wollen und brauchen?

Bliebe denn danach nicht noch genügend Zeit für MEHR…?

Als Mutter tragen wir vor allem Verantwortung für unsere Kinder.
Nicht nur während der Corona Krise.
Und unsere Kinder messen uns weder an unserem Kontostand noch an den Titeln auf unserer Visitenkarte.

Versteh mich bitte nicht falsch, das hier ist kein Aufruf für ein menschenverachtendes Hausfrauenbild aus den 60er-Jahren.
Ich möchte lediglich die Frage stellen, was sich für DICH ändern müsste, damit Du Beruf(-ung) und Mutterschaft in ein harmonisches Ganzes zusammenfügen kannst.

Ich lade Dich hiermit dazu ein, darüber nachzudenken, wie DEIN Familienleben auch nach der Krise gut gelingen kann.

Ohne Burn-Out, Hamsterrad und Schuldgefühle.
Dafür mit viel Raum für Familienleben und magische Mutter-Kind-Momente.

Nutze gern die Kommentarfunktion, um gemeinsam Ideen zu entwickeln…..



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